|

Home
Wir über uns
Wie das alles begann...
H0e - was ist das?
Unsere
Privatbahnen
Schmalspur-
Session
Download
Bahnen
im Siebengebirge
Links
Kontakt
Impressum
| |
Die Neubaustrecke Köln-Frankfurt

Man muss schon ein aufmerksamer Fahrgast
sein, um das Siebengebirge nicht zu verpassen: Wenn sich das Staunen über die
Berg-und-Tal-Fahrt auf der Neubaustrecke Köln – Frankfurt gelegt hat und der
aus Frankfurt kommende Fahrtgast sich an den steten Wechsel von Tunnels, Brücken
und Lärmschutzwänden gewöhnt hat, wird er nur mit etwas Ortskunde den Ölberg
entdecken. Aber was haben sich die Planer auch dabei gedacht? Auf der Rückseite
des Siebengebirges gleiten die Züge vorbei. Kein Petersberghotel ist zu sehen,
der Drachenfels schon gar nicht!
Dabei war das Siebengebirge ein
Knackpunkt der Streckenführung der Neubaustrecke Köln – Rhein/Main. Lange
wurde um Tunnellängen und Umweltverträglichkeit gerungen. Wer sich heute die
geschwungene und schmale Bahntrasse anschaut, die schon jetzt – zum Leidwesen
der Eisenbahnfotografen – von der Natur wieder eingenommen wird, wird staunen,
wie unauffällig sich die Bahnstrecke neben der überfüllten Autobahn ausnimmt.
Pfeilschnell sausen die ICEs dahin, nur im kurzen Moment der Vorbeifahrt sind
sie zu hören. Skurril mutet es an, wenn die Bahnstrecke zum Lärmschutz an
vielen Stellen mit Wänden versehen wird, die direkt daneben liegende Autobahn
aber ihr Gedröhn in alle Welt hinausbrummen darf.

Die Fakten sprechen für sich: Die
Streckenlänge Köln – Frankfurt beträgt 177 km gegenüber 222 Kilometern im
Rheintal. Die Fahrzeit auf dieser Relation hat sich halbiert. Die 30 Tunnel
haben eine Gesamtlänge von 47 Kilometern, die 18 Brücken bringen sechs
Kilometer Länge zusammen. Die maximale Steigung beträgt 40 Promille, was mehr
ist, als die Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung gewöhnlich zulässt. Die Anzahl
der Bahnhöfe hingegen wurde auf das Minimalmaß gebracht: Von Köln aus wird
der Bahnhof Troisdorf in einem Tunnel unterfahren, Siegburg ist der erste
Zwischenhalt. Hinab geht es in den Siegauentunnel, und dann schwingt sich der
ICE hinauf auf die Höhen.

Nächster Halt ist nach zwanzig Minuten Montabaur, wo
auch Anschluss an die Regionalbahnzüge nach Siershahn und Limburg besteht.
Immerhin fahren diese Regionalbahnen direkt in die Limburger Innenstadt, ganz in
Gegensatz zum ICE, der an seinem Haltepunkt Limburg-Süd auf der grünen Wiese
nur meist nur wenige Fahrgäste aufzunehmen hat. Montabaur und Limburg-Süd:
Beides politisch motivierte Halte ohne rechtes Fahrgastaufkommen. Andernorts
verlieren Städte und Dörfer bei diesem Fahrgastaufkommen ihren
Regionalbahnanschluss, hier aber hält der ICE. Immerhin: Wer aufmerksam ist,
kann das Schloss in Montabaur sehen und einen Blick auf den Limburger Dom
erhaschen.
Nein, mit Rheinromantik hat diese
Bahnstrecke nichts zu tun. So ist es zu verkraften, dass dieser neue Verkehrsweg
die sieben Berge von hinten anschaut. Ein schöner Rücken kann auch entzücken.
zurück |